Das Projekt setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit ein Gebäude sich teilweise – ähnlich den Vorgängen in der Natur – ändern, und somit seinen Nutzern ständig wechselnde Eindrücke vermitteln kann. Aerotopos flirtet mit der Idee, den Wind als Spezifikum der lokalen Witterung für einen solchen Effekt nutzbar zu machen.
Das Wetter des Inntals wird besonders in den Winter- und Frühjahrsmonaten durch den Föhn geprägt, einen starken Wind, der je nach Großwetterlage aus unterschiedlichen Richtungen kommen kann. Der Lyriker Josef Leitgeb schrieb über die Wahrnehmung dieses Phänomens: „Das mittlere Inntal hat um diese Zeit Föhn, und alles (...) glüht nun auf wie unter dem Anschwellen eines Feuers, das in den Dingen selbst glost. (...) kein Blau kann nun satter sein (...), kein Grün feuriger, (...) kein Braun so warm wie das der nahen vergilbten Berghänge. (...) ein allgegenwärtiges Rot durchatmet sie, und selbst in der völligen Schwärze der Nacht scheint noch etwas glühend Rotes zu leben.“
Aerotopos fängt diese Stimmung ein und verstärkt sie gleichsam in ihrer Wahrnehmung. Angetrieben vom Wind beginnen die Gebäude zu leben: Fassadenteile bewegen sich, Räume und Gebäude drehen sich, Brücken geben neue Wege frei.